AK Kirschfestumzug

Ort: Stadtring, Markt, Vogelwiese 

Inhalt: Bilder aus der Stadtgeschichte, Marktszene

Aufgaben: Bildkonzepte, Darsteller festlegen, Personenkreis auswählen, Kostüme bestimmen und beschaffen, Finanzierungs-Aquise, redakt. Mitwirkung beim Kirschfestführer.
Vereinsbild Historischer Kirschfestverein.
Betreuung MBA Naumburger Notgeld.

Verantwortliche: Verein Beisitzer, Stadt Kulturamt, Ordnungsamt, Sonstige

Mitglieder des Vereins-Arbeitskreises: 

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„Referendarienzelt 1827“
Der KFV hatte 2005 das erste Mal in seiner weit über hundertjährigen Geschichte, die von vielen Unterbrechungen gekennzeichnet ist, ein eigenes Bild im Fest-Umzug gestaltet.

Die Resonanz bei den Zuschauern und Freunden hatte uns bestärkt, dieses Bild zu einer ständigen Einrichtung im Umzug zu machen.

Der Kirschfestverein hat sich aus einer freien Verbindung gleichgesinnter Bürger entwickelt, zu denen Geschäftsleute, städtische Bedienstete sowie Justizangestellte gehörten, um das einstige Schulfest als Fest der ganzen Stadt zu organisieren.

Daraus entwickelte sich der Kirschfestverein als Träger, Organisator und Finanzier des Hussiten-Kirschfestes Naumburg im 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts.

Bis Anfang des 19.Jh. wurde in den Laubhütten auf der Vogelwiese vor allem in Familien und deren Kleinunternehmen relativ abgeschlossen gefeiert. Die Ablösung der Laubhütten durch Buden-Zelte begann mit dem „Referendarienzelt“ (nach Dr. P. Mitzschke) 1827. Das Referendarzelt war die Wurzel des Kirschfestliedes, das vom Referendar Karl Seyferth 1832 als Spottgedicht und Bänkelgesang verfasst wurde. 10 Jahre später folgte das Magistratszelt, das noch seiner Wiedererweckung harrt.

Der Kirschfestverein will mit diesem Bild im Festumzug seine eigenen gesellschaftlichen Wurzeln darstellen. Der gewählte Zeitpunkt ist die Brücke vom familiär geprägten Laubhüttenfest zur Neuzeit im Verständnis des Festes in unserer Stadt. Schöne Biedermeierkostüme für die ganze Familie strahlen Lebensfreude und Frohsinn aus, was immer schon die Hauptsache in unserem Hussiten-Kirschfest war und bleiben wird.

 

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Naumburger Notgeld in der Inflation 1921-23
Die Inflation ist selbstverständlicher Teil der Naumburger Geschichte und wird durch das eigene Naumburger Notgeld sichtbar. Da dieses Notgeld die berühmten Scherenschnitte von Walter Hege darstellt, diese wiederum die Kirschfestsage beinhalten, ist die Brücke von der deutschen Geschichte  zum Kirschfest hergestellt.

Im Zuge der Geldentwertung nach dem 1. Weltkrieg kam es zu einem Mangel an Kleingeld. Der Magistrat der Stadt Naumburg brachte deshalb im Jahre 1920/21 mehrere Notgeldserien heraus: je eine zu 6 und zu 12 Werten nach den Scherenschnitt-Motiven von Walter Hege 1920, im Jahre 1921, die Wenzelskirche, die Naumburger Stadttore nach A. Weidenbach, die Stadtansicht nach einem Kupferstich von de Wittum 1680 zur Weinernte 1680. Die Ausgabe erfolgte zu 2 Werten á 25 und 75 Pfennig. Die erste Serie wurde eingezogen, es fehlten Kirschen und Pfennigbezeichnung auf der Vorderseite. 1922 behielten die Naumburger Bürger einen nicht unerheblichen Teil des Notgeldes beim Umtausch ein. Mit dem Gewinn wurde das Naumburger Rathaus umgebaut.

An diese Geschichte soll das Bild „als die Not nun stieg zum Gipfel“ erinnern. Schüler von MBA stellen das Bild mit einem Tresor, deutschem Inflationsgeld, Notgelddarstellungen und einer Ansicht des Naumburger Rathauses in Kostümen der Zeit – Charleston – dar.

 

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